Über 15.000 Menschen auf Revolutionärer 1. Mai Demo
02. Mai 2010
Bei der diesjährigen revolutionären 1. Mai Demonstration nahmen in Berlin-Kreuzberg etwa 15.000 Menschen teil. Wie auch in den Vorjahren eskalierte die Situation nach Beendigung der Demonstration. Einzelne Personen warfen mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern auf die Polizei, die mit dem Einsatz von Schlagstöcken reagierten. Etliche Personen wurden festgenommen oder verletzt.
Nach den heftigen Kritiken zum Polizeieinsatz am 1. Mai im vergangenen Jahr, griff die Polizei in diesem Jahr besonders hart durch. Viele dieser Eingriffe zeichneten sich durch ungeheurer Brutalität und Unverhältnismäßigkeit aus. Gegen einen Beamten wird mittlerweile wegen Körperverletzung im Amt ermittelt
Fotos von der Revolutionären 1. Mai Demo von pm_cheung | flickr.com
Fotos von der Revolutionären 1. Mai Demo von mikael.zellmann | flickr.com
Bericht auf Indymedia von Wladek Flakin
Bericht auf Indymedia von Klassenkämpferische Autonome
Unter dem Motto „Die Krise beenden: Kapitalismus abschaffen!“ beteiligten sich in diesem Jahr rund 15.000 Menschen an der alljährlichen revolutionären 1. Mai Demonstration in Berlin-Kreuzberg. Im besonderen Fokus standen in diesem Jahr Themen wie die weltweite Wirtschaftskrise, Sozialabbau und Repression. Letzteres bestimmte in der Tat den Ablauf der Demonstration.
Bereits im Vorfeld der Demonstration kam es zu erheblichen Einwirkungen seitens der zuständigen Versammlungsbehörden. So durfte die Demonstration nicht wie ursprünglich geplant auf dem Kottbusser Tor, sondern weiter südlich auf der Kottbusser Brücke stattfinden. Zudem wurde die Demonstrationsroute entlang der Skalitzer Straße durch Kreuzberg nach Neukölln und zurück, wegen der Nähe zum Myfest nicht genehmigt.
Aufgrund der Proteste gegen den Naziaufmarsch setzte sich der Demonstrationszug gegen 19.30 Uhr in Bewegung. Der gut einstündige Zug durch die Bezirke Kreuzberg und Neukölln blieb bis zum Ende vollkommen friedlich und verlief ohne jegliche Zwischenfälle. Erst bei einsetzender Dämmerung brach in Kreuzberg vereinzelt Gewalt auf. Dabei gab es Flaschen- und Steinwürfe, zudem wurden einige brennende Barrikaden errichtet.
Anders als im Vorjahr zögerte die Polizei nicht lange und ging massiv gegen Personen und Randalierer rund um den Spreewaldplatz vor. Immer wieder wurden auch unbeteiligte Personen von der Polizei angegriffen und verletzt. Mit Schlagstöcken und Pfefferspray wurde die alkoholisierte Menge auseinander getrieben. Gegen einen Beamten wird mittlerweile wegen Körperverletzung im Amt ermittelt. Der Polizist soll eine bereits am Boden liegende Person getreten habe.
Bis Mitternacht hatte sich die Lage beruhigt. Zahlreiche Personen wurden festgenommen. Ein Polizist wurde schwer am Rücken verletzt. Wie viele Demonstranten und Personen verletzt worden sind, ist noch unklar. Die Krawalle waren laut Polizei aber nicht so heftig wie im Vorjahr.
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